Große Gästeschar im Klub
Kembergs Jugenddomizil besteht seit zehn Jahren -
Gute und auch schlechte Zeiten
Kemberg/MZ. "Es gibt West Kuchen!" Das ist an diesem Freitagnachmittag keine geographische und gar keine politische Reminiszenz. Nein, Die Betreuerin des Jugendklubs in Kemberg hat den Kuchen gebacken. Und Sie heißt nun mal Nicole West. Gemeinsam mit Uwe Duncker ist sie für die Belange der jungen und noch etwas jüngeren Leuten in der Stadt zuständig. Sie feiern nun den zehnten Jahrestag des Bestehens ihres Freitzeitdomizils am Schützenplatz. Kerstin Böhm, die Gemeindejugendpflegerin vom Kreiskinder - und Jugendring Wittenberg, zu deren Verantwortungsbereich auch der Kemberger Klub zählt, freut sich, das zur Geburtstagsfeier nicht nur die "großen Jugendlichen" gekommen sind, sondern auch deutlich mehr Kinder. Sie machen sonst eher ein Viertel des Publikums aus, ist Kerstin Böhms Erfahrung. Sie können natürlich Basteln, Tischbillard spielen, mit der Spielekonsole elektronisch nach Punkten jagen und noch manches mehr. Trotz des schon recht frischen Windes an diesem diesigen Tag sind klarerweise auch die kleinen Holzflitzer nicht nur im sprichwörtlichen Sinne der Renner. Für ihre Seifenkiste hat die Sportjugend Wittenberg hinter dem Klub einen Parcours aufgebaut. Die Akteure wollen mit einem eigenen Projekt die vor einiger Zeit in der Region sehr aktiv gepflegte Tradition der Seifenkistenrennen wieder aufbauen. Und sind auf Suche nach Mitmachern.
Dass sich der Jugendklub wieder einen sehr guten Leumund in der Stadt erarbeitet hat, freut die Jugendpflegerin ungemein. Sie kennt noch die Situation aus eigenem Erleben, in der einigen Besuchern Hausverbot erteilt werden mußte. Sie hatten Alkohol und Rüpelhaftigkeit hineingetragen und die "friedlichen" Jugendlichen damit herausgeekelt. "Deshalb war der Klub einige Zeit zu und stand sogar vor ständigen Schließung", berichtet Kerstin Böhme. Seit 2005 ist die Kontinuität wieder gewahrt.
"Und ich freue mich besonders, das jetzt die Eltern wieder Vertrauen gewonnen haben und ihre Kinder herlassen", merkt die Jugendpflegerin an. Umso mehr ein Anlass, das zehnjährige Bestehen zu feiern. Inzwischen kommt ein fester Stamm von etwa 25 Kindern und Jugendlichen regelmäßig, bei besonderen Veranstaltung bis zu 50. Wenn die Kleineren dann zu Hause sind, wird mit den Größeren noch mit "Open end" weitergefeiert, so Frau Böhm gestern. Ohne Alkohol, das ist selbstverständlich, aber mit so manchem leckeren Stück West-Kuchen.
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